B 388: Felssturz bei Passau

Unterwegs mit dem Winterdienst

Dienstag, 30. November 2021: Mit anhaltendem Schneefall und teils heftigem Wind verabschiedet sich der November. Seit Stunden sind die Räumdienstfahrer im Einsatz – im Schichtdienst und fast rund um die Uhr. Um 15.30 Uhr startet Tobias Blöchl an der Straßenmeisterei in Freyung zu einer weiteren Runde auf der B12 an diesem Tag: Die knapp 20 Kilometer lange Strecke zwischen Freyung und Philippsreut (Landkreis Freyung-Grafenau) ist sein Revier.

Nur kurz ist die Pause für den Winterdienstfahrer: Salz auffüllen, was zu trinken holen und schon geht’s wieder auf die Strecke. Dichtes Schneetreiben erschwert die Sicht. Auf der Gegenfahrbahn ist noch zu sehen, dass gerade geräumt wurde, die Spur in Richtung Philippsreut ist schon wieder schneebedeckt. Je nach Verkehrsaufkommen dauert es 1 bis 1,5 Stunden, bis der Schneepflug auf diesem Streckenabschnitt einmal komplett durch ist.

Da hängt auch schon der erste Lkw. Das Räumfahrzeug wird langsamer, fährt so dicht wie möglich neben den hängenden Sattelzug, räumt und streut den Weg frei.

Auf der weiteren Fahrt zwischen Freyung und Philippsreut wiederholt sich das laufend: An den Steigungsstrecken hängen Lkw, Autofahrer versuchen, vorbeizukommen oder müssen dahinter stehenbleiben. Das ist auch für den Winterdienstfahrer ein Problem: Nicht überall kann er problem- und gefahrlos vorbeifahren. Dreispurige Bereiche erleichtern die Arbeit, hier kann er die Lkw leichter umfahren und den Weg wieder freimachen.

Aber warum bleiben die Lkw hängen? Häufig sind abgefahrene Reifen der Grund. Aber auch zu geringe Beladung kann den Lkw-Fahrer im Winter vor Probleme stellen: Dann fehlt die nötige Achslast für gute Traktion, die Antriebsräder drehen durch und der Lkw kommt nicht weiter.

Trotz größter Anstrengungen ist es nicht möglich, während anhaltenden Schneefalls die Straßen dauerhaft von Schnee und Eis freizuhalten. Da helfen nur Geduld und gegenseitige Rücksichtnahme – und meist gelingt es dem Winterdienst innerhalb einer Stunde, den Verkehr wieder zum Laufen zu bringen.